Prinzessin Kimba

Hallo ihr Lieben, hier bin ich wieder mit meiner nächsten Geschichte.
  Ich möchte euch nach und nach Geschichten erzählen, die ich in den 8 Jahren hier erlebt habe.


Zwei Monate war ich gerade in der Türkei, hatte schon eine Strassenhündin aufgenommen da finde ich zwei total verängstigte Welpen hinter einem Stein. Ich habe sie sofort mit nach Hause genommen und hochgepaeppelt. Mein Mann sagte nach langem diskutieren "ok eine darfst du behalten" also habe ich mich für meine kleine kimba entschieden. Die andere hat eine deutsche Freundin, die auch hier im Dorf lebte, zu sich genommen.

Kimba war meine kleine Prinzessin. Als sie dann alt genug war und wir sie zum kastrieren gebracht haben bin ich vor Angst fast gestorben, aber es musste ja sein. Als die Op fertig war und ich sie wieder im Arm hatte war ich sehr glücklich. Alles schien normal, aber 6 Monate später hatte sie immer komischen Ausfluss. Ich ging zum Arzt, der verschrieb ihr ein Antibiotikum und dann sollte es gut sein. Aber es wurde einfach nicht besser! Dann hat mir Sigrid gesagt "bestimmt ist sie nicht richtig kastriert. Bring sie mal zu einem anderen Arzt" Der bestaetigte mir die Sache und wir machten einen Termin aus. Als ich Kimba dann in die Klinik brachte und der Arzt sie aufgeschnitten hat war er entzetzt! Der Darm und der Uterus waren zusammen gewachsen und der Darm war sehr brüchig. Der arzt sagte mir das dies durch eine schlampige Kastration verursacht wurde. Leider sagte er mir auch das er die, für Kimba wichtige, Op nicht durchführen kann, weil sie hier nicht die langzeit Narkose haben. Und er auch keinen Kollegen kennt, dem er vertrauen koennte. Er sagte Kimba müsste nach Deutschland fliegen und wir müssten dort die Op durchführen lassen. Er hat Kimba wieder zugenaeht. Ich habe sie genommen und ich bin sehr unglücklich nach Hause gefahren.

Das war an einem Donnerstag. Am Freitag und am Samstag ging es ihr sehr gut, sie hat gefressen, gespielt und geschmust wie immer. Am Sonntag bekam sie dann einen Darmdurchbruch
die frische Naht ist aufgeplatzt und alle Innereien hingen auf den Boden. Sie hat geschrien, ich habe geschrien, nur mein Mann war vernünftig und hat den Arzt angerufen. Ich sollte dann ein Handtuch holen und ihre Organe wieder reinstopfen. Das habe ich auch getan. Wie ich das fertig gebracht habe weiss ich heute nicht mehr.

Ich habe sie dann auf den Arm genommen und wir sind in die Klinik gefahren, wo der Arzt schon auf uns gewartet hat. Er hat alles für eine Not-Op fertig gemacht. Er hat dann alles gereinigt und ein grosses Stück Darm entfernt. Die Wartezeit war für mich unertraeglich und immer wieder war es mir so als würde ich in Ohnmacht fallen. Die Arzthelferin hat mir dann eine Plastiktüte gegeben, da sollte ich ein und aus atmen. Als die Op zu Ende war habe ich meine Kimba in den Arm genommen und wir sind nach Hause gefahren. Ich hatte panische Angst, das sie aus er Narkose nicht mehr aufwacht, aber dann nach ein paar Stunden hat sie die Augen geoeffnet. Ich war überglücklich, denn für Dienstag hatten wir ja einen Flug nach Deutschland. Da war schon mit der Kinik alles abgesprochen. Am Montag ging es ihr ganz gut, sie ist sogar ein bisschen gelaufen und hat gefressen. Am Dienstagmorgen ging es Kimba dann nicht gut. Ich habe mir sehr grosse Sorgen gemacht und die waren auch berechtigt. Um 10 Uhr Dienstag morgen hat kimba ihren letzten Atemzug gemacht und ist dann ganz friedlich eingeschlafen.

Von dem tag an war ich nicht mehr die Selbe. Mit Kimba ist ein grosses Stück von mir mitgestorben. Ich habe sehr lange gebraucht, das alles zu verarbeiten. Heute noch, nach 5 1/2 Jahren weine ich, wenn ich an Kimba denke. Meine kleine Prinzessin dufte nur so ein kurzes Leben führen, weil manche Ärzte ihre Arbeit nicht gewissenhaft durchführen!

Alles liebe Gabi und ihre Schützlinge