Tagebuch von meinem Aufenthalt bei Gaby
vom 14.06.-21.06.09
Tag 1
Ich bin mit etwa 40 Minuten Verspätung sicher in Antalya
gelandet. Der Koffer war auch schnell da und Gaby wartete bereits auf mich. Ich
wurde sehr herzlich empfangen. Ich habe mich sehr gefreut Gaby nach all den
Mails und Telefonaten endlich mal persönlich kennenzulernen. Auf dem Weg nach
Duaci konnte Ich dann sofort erste Eindrücke von Gabys Arbeit sammeln. Wir
fuhren in einen kleinen Waldweg und Gaby sagte das Sie hier zwei sehr
scheue Straßenhunde füttert. Sie hat immer eine Transportbox und jede
Menge Hunde- und Katzenfutter im Auto. Also hielten wir an und Gaby streute
Futter aus. Als sie wieder im Auto saß, kamen die zwei dann auch ganz
vorsichtig aus Ihrem Versteck und freuten sich über das Futter. Bei Gaby
angekommen wurde ich dann von Charlie (Gabys Mann) und ihren vier eigenen
Hunden (Rico, Jana, Lucy und Nora) begrüßt. Nicht zu vergessen die kleine Mimie,
die Gaby zurzeit in Pflege hat, weil ihre Besitzer im Urlaub sind. Auch
KaterOskar kam sofort. Nachdem ich die
Leckereien für Mensch und Tier ausgepackt hatte, zeigte mir Gaby mein Zimmer.
Das Bett wurde erst mal von den Hunden getestet, ob es auch bequem genug für
mich ist.


Tag 2
Wir haben heute die Hündin mit Ihren drei Welpen gesehen und
wollten Ihnen Futter geben, da kam die Besitzerin (eine junge Türkin) und hat
uns auf übelste beschimpft. Wir sollten
sofort abhauen ,Ihre Hunde würden genug altes Brot bekommen .Gaby hat versucht
Ihr zu erklären das altes Brot kein Futter für Hunde ist, aber die Frau wurde
immer wütender und hat sogar einen kleinen Welpen, der unser Futter haben
wollte mit dem Fuß weggetreten. Alle Versuche die Frau umzustimmen sind leider
fehlgeschlagen und wir mussten gehen, aber die Hunde sind uns gefolgt und als
die Frau uns nicht mehr sehen konnte, haben Wir die Hunde doch gefüttert. Sie
warteten dort jeden Tag auf uns und wir konnten sie versorgen. Dann sind Wir
wieder zu Gaby gegangen um für die Hunde zu kochen. Sie kocht jeden Tag frisch,
entweder Hühnchen oder Innereien mit Nudeln oder Reis. Dann sind wir zu Luba
(eine gute Freundin von Gaby) gegangen um die Tiere, die zurzeit dort
untergebracht sind zu versorgen. Wir wurden schon sehnsüchtig erwartet und die Freude bei Uli
und Angie war groß als wir kamen. Auch die Katzen,vorallem der kleine Sylvester
und Lisa freuten sich uns zu sehen. Wir haben
über eine Stunde mit allen geschmust und Streicheleinheiten verteilt.
Die Tiere sind durch den Garten gefegt und hatten viel Spaß.


Während die Tiere noch toben konnten, machten wir uns an die
Arbeit. Das Katzenhaus musste, wie jeden Tag gereinigt werden, Futter und
Wasser wurde erneuert und auch die Unterkunft von Angie und Uli wurde täglich gründlich gereinigt. Nachdem die Tiere sich
ausgetobt hatten, wurden Sie mitselbstgekochtem und Fertigfutter versorgt.

Dann ging es weiter zur Versorgung der Straßentiere, die uns
auch schon sehnsüchtig erwarteten.


Auf unsere Tour wurden wir dann von einer Frau angesprochen
die Mitglied im Tierschutz von Ankara ist. Sie hat selber 7 Hunde und eine Katze, die sehr gut versorgt werden.
Einer der Hunde hatte ein gesundheitliches Problem und sie bat Gaby sich das
mal anzusehen. Wir wurden ins Haus gebeten und wurden dort von einem kleinen
Hund (der das Problem hatte) und einem Irisch Setter begrüßt. Die anderen Hunde
lebten im großen Garten. Gaby sah sich den Hund an und sagte welche Medizin er
braucht. Der Setter saß die ganze Zeit bei uns und ließ sich krabbeln. Ich
hatte mich auf das Gespräch der Frauen konzentriert(obwohl Ich kein Wort
verstanden habe)das Ich nicht auf die Hunde geachtet habe. Plötzlich sagte Gaby
„geh sofort raus“, ich wusste gar nicht was los war und sagte das Ich keine
Angst vor den Hunden habe, aber Gaby schrie mich an „Raus hier“. Zum Glück hab
Ich mich so erschrocken, das Ich sofort aufgestanden bin. Wie aus dem nichts
wurde der Setter plötzlich zur Bestie. Die Frau wusste auch nicht was los war
und konnte den Hund kaum halten. Ich rannte nach draußen und Gaby versteckte
sich im Bad. Der Setter war total außer sich und knurrte, bellte und fletschte
die Zähne. Die Frau hatte sehr große Mühe den Hund irgendwie zu packen und
anzuleinen. Er war so außer sich das er sogar nach der Besitzerin schnappte.
Nach einer halben Ewigkeit gelang es dann der Frau den Hund anzubinden, so dass
Gaby aus dem Bad konnte. Die Besitzerin wusste auch nicht was passiert war und
war völlig entsetzt. Danke Gaby das Du gemerkt hast das was nicht in Ordnung
ist, sonst wäre Ich bestimmt im Krankenhaus gelandet und hätte jetzt schwere
Biss Verletzungen. Wir sind Gott sei
Dank ohne Verletzungen aber dafür mit mächtigem Herzklopfen rausgekommen. Am
Abend haben wir dann noch lange überlegt, warum der Hund das gemacht hat .Außer,
das er vielleicht einen Hirntumor oder ähnliches hat, konnten wir uns die Sache
nicht erklären. Das war dann aber auch genug Aufregung für diesen Tag, wie Ihr
Euch sicher vorstellen könnt.
Tag 3 Tag 4 Ulli, Mikesch
und Sylvester hatten einen Heidenspaß mit einem alten Stück Gartenschlauch. Wir
haben Tränen gelacht, wie die drei sich
damit beschäftigt haben. Also, Ulli hat den Katzentest mit einer glatten 1 bestanden. Nach
getaner Arbeit ging es dann wieder zu den Straßentieren. Nachdem
wir alle Straßentiere versorgt hatten , ging es nach Hause. Es ist ein Wunder
das Gaby keine Elefantenohren hat,bei den vielen Telefonaten die Sie täglich
führen muss. Wir haben heute einen Hund der dringend eine Aufbauspritze
brauchte besucht. Da die Besitzer nicht da waren, ist Gaby, ohne Rücksicht auf
Ihre eigene Gesundheit einfach über den Zaun geklettert um den Hund zu
behandeln. Als wir uns am Nachmittag auf den Weg zu Lubas Garten
gemacht haben, hatten Wir ein schreckliches Erlebnis. Nahe dem Garten lag die
süße Katze Lisa. Ein Hund hatte sie getötet. Gaby war fix und fertig und hat
bitterlich geweint. Wir haben nur da gestanden und konnten es einfach nicht begreifen.
Lisa war schon ziemlich zickig mit ihren Artgenossen und auch respektlos Hunden
gegenüber, aber Menschen gegenüber total verschmust und liebenswert. Nachdem
wir uns ein wenig beruhigt hatten, schaufelten wir ein Grab für Sie. Leider war
es das einzige was Wir noch für sie tun konnten. Der Boden ist hier so hart,
das wir abwechselnd gegraben haben. Nachdem wir Lisa beerdigt hatten mussten
wir weiter, auch wenn es nicht leicht war, aber die anderen Vierbeiner
brauchten uns und warteten sicher schon sehnsüchtig. Der Tag war für uns
gelaufen und es war schwer sich auf die anderen Sachen richtig zu
konzentrieren. Gaby fing immer wieder an zu weinen. Alles Gute hinter der Regenbogenbrücke Am späten Abend (23.00Uhr) haben wir dann am Flughafen Futterspenden die liebe Flugpaten mitgebracht
haben abgeholt. Wir sagen Danke für die Spenden im Namen der Tiere. Heute war wieder einiges los. Der Tierarzt Talat war
gekommen um bei3 Hunden Blut fürden Mittelmeertest abzunehmen. Gaby hatte die Tiere bei der
Blutabnahme im Arm, damit sie nicht solche Angst hatten. Anschließend hat Sie dann noch einigen Hunden die Ohren
gesäubert und das Fellgebürstet, was bei
diesem trockenen Staub hier sehr wichtig ist. Auch alle anderen Tiere hatten, wie immer Ihren Spaß.
Sylvester ist auf den Bäumen rumgeklettert wie ein Großer und die Hunde rannten
wie wild durch den Garten. Danach machten wir wie jeden Tag unsere Runde und kümmerten
uns um die Straßentiere. Heute begann der Tag mit viel Wehmut, denn Morgen früh ging mein Flieger in Richtung Düsseldorf. Ich
musste mich von all den liebgewonnenen Tieren verabschieden, die Ich am
liebsten alle mitgenommen hätte. Ich musste
bei jedem Tier mit den Tränen kämpfen. Wir machten also wie gewohnt unsere
Runde und holten später Banji zu Gaby nach Hause, da sie die Nacht bei uns
verbringen sollte. Sonst würde es morgends zu stressig. Heute war es dann soweit. Wir mussten um 6 Uhr aufstehen
.Meine Koffer waren schon seit gestern Abend gepackt. Wir gingen mit Banji
nochmal raus zum Pippi machen und trugen anschließend mein Gepäck ins Auto.
Dann verabschiedete Ich mich noch von Charlie, Gabys Hunden und der kleinen
Mimie. Banji saß auf dem Rücksitz und verhielt sich die etwa 45 minütige Fahrt
zum Flughafen ruhig. Als wir dann angekommen waren, hatte Sie Angst vor den
Geräuschen und den ganzen Menschen, also haben wir Sie ins Gebäude getragen.
Der Checkin ging ziemlich schnell, weil
Gaby dabei war, machte Ich mir keine Sorgen das etwas nicht klappen würde, denn
im Notfall hätte Sie mir helfen können. Gaby spricht ja türkisch. Aber alles
lief bestens. Ich hoffe Ich konnte Euch mit meinem Tagebuch einen kleinen
Einblick in Gabys Leben geben. Was Sie und die Anderen da täglich leisten,
könnte Ich keine 2 Wochen ertragen. Beim Schreiben meines Tagebuchs musste ich
dauernd Pause machen, weil mir immer wieder Tränen in die Augen schießen. Es war eine schöne Zeit bei Gaby, wir hatten tolle
Erlebnisse, aber auch sehr traurige. Gaby ist so ein freundlicher und
herzlicher Mensch und verdient meinen ganzen Respekt. Nochmals vielen Dank, liebe Gaby das Ich bei Euch wohnen
durfte und Ihr mich so herzlich aufgenommen habt.
Heute Morgen waren wir in der Welpenstation von Andrea und
Yavuz. Mensch, ist das ein Gewusel bei den ganzen Zwergen, aber Sie werden dort
bestens mit Futter, Wasser und Streicheleinheiten versorgt.



Am Mittag waren wir
dann wieder bei Luba im Garten. Diesmal haben wir Winie, den armen Kerl
mitgenommen. Er gehört zwar einer Familie, die sich aber nicht wirklich um ihn
kümmert. Er wurde als Welpe geholt, ist den Besitzern aber jetzt zu groß und
liegt den ganzen Tag an einer kurzen Kette. Mittlerweile haben die Leute zwei
neue Welpenund kein Interesse mehr am Ihm,
deshalb hat Gaby ihn zu Luba in den Garten geholt. Er ist ein ganz lieber Kerl,
aber auch ziemlich stürmisch. Wen wundert’s, wenn man als junger Hund den
ganzen Tag angebunden ist. Aber es wird jeden Tag besser, denn wenn er erst mal
wie wild durch den Garten gerannt ist, beruhigt er sich schnell. Er ist eben
ein liebenswerter Chaot. Er schmust gerne und liebt alles und jeden, zum
leitwesen der Katzen. Mit denen will er ja auch nur spielen, aber bei der Größe
und dem Temperament ist das den Miezen
einfach zu viel.


Als die Tiere
versorgt waren , sind wir dann unsere
tägliche Runde gefahren Gaby hat dann in einem Hinterhof noch zwei arme
Jagdhunde gefüttert, die auch an der Kette leben und nicht besonders gut
versorgt werden. Sie hat den Beiden Futter und Wasser gegeben.

Wir waren heute bei Wilfried und Ayan, weil Ich die Tiere
dort natürlich auch sehen wollte. Auch hier wird sich bestens um die Vierbeiner
gekümmert.


Danach, wie sollte es auch anders sein wieder zu Luba in den
Garten.


Tag 5


Kleine Lisa



In Lubas Garten startete Gaby dann die nächste halsbrecherische
Aktion. Eine der Katzen war nicht zur Futterstelle gekommen. Gaby hatte solche
Angst, nach dem schrecklichen Vorfall mit Lisa, das Sie aufs Dach des
Katzenhauses geklettert ist um die Katze vielleicht zu sehen. Sie hat immer
wieder gerufen und glücklicherweise war nichts passiert und die Mieze kam dann
auch.
Auch Winnie war mit von der Partie.

Tag 7

Die arme Maus wusste gar nicht so Recht was los ist und als
wir Sie dann in mein Zimmer gebracht hatten, huschte Sie wie selbstverständlich
auf mein Bett, wo Sie auch die ganze Nacht verbracht hat.

Tag 8

Dann hieß es Abschied von Gaby nehmen. Ich habe mich sehr
zusammengerissen, aber als Sie außer Sichtweite war hab Ich doch geheult. Der
Flieger startete pünktlich und wir landeten heil in Düsseldorf. Auf Banji
musste Ich ziemlich lange warten, aber dann kam Sie endlich. Beim Zoll ging
alles sehr schnell und mein Mann erwartete mich bereits. Wir fuhren dann nach
Essen um Banji in die Station zu bringen. Ich hätte Sie so gerne selber
behalten, aber da Wir ja bereits 2 Hunde ,ein behindertes Kind, ganz zu
schweigen von einer Pflegebedürftigen Großmutter im Haus haben, war es leider
unmöglich. Bis Rahel kam gingen wir mit Banji spazieren. Dann hieß es leider
wieder Abschied nehmen. Ich musste schon wieder heulen. Aber als ich nach Hause
kam, begrüßten mich meine zwei Wuffels sooo
freudig und Ich freute mich dann auch riesig die Racker in meine Arme zu
schließen.
Alles Liebe
Heike Jedtke